Was brauche ich alles zu Beginn ?


Der Modell-Helikopter

Die Auswahl eines Modellhaubschraubers ist gar nicht so schwer. Sie müssen sich nur über ein paar grundlegende Dinge klar sein. Meine Empfehlung wäre ein Trainermodell mit Kollektivpitch, 2-Takt Verbrennermotor 6,5 - 8 ccm Hubraum und einem Rotordurchmesser zwischen 1,20 - 1,50 m. Aus folgenden Gründen:

Meiner Ansicht nach, gibt es ein nahezu ideales Modell für den Einsteiger. Dieses Baukasten wird von der deutschen Firma Robbe hergestellt und wird im Fachhandel unter dem Namen Moskito vertrieben. Dieses Modell gibt es in verschiedenen Ausführungen. Zu empfehlen ist der Moskito Basic. Dies ist eine Basisaustattung mit der der Einsteiger ganz gut zurecht kommt. Die anderen Modelle sind teilweise getunt und mit zusätzlichen Kugellagern etc. ausgestattet. Für ein Einsteigermodell sind diese Maßnahmen aber nicht nötig. Als Anfänger merkt man beim Trainieren die teuren Tuningteile gar nicht.

Der Antrieb

Die schon im ersten Kapitel angesprochen, sollte der Antrieb aus einem 2-Takt-Verbrenner Motor bestehen. Ein Elektroantrieb ist für den Einsteiger nicht geeignet. Die Hersteller der diversen Modellhubschrauber schlagen meistens auch entsprechende Motoren vor. Wenn mit dem Motor ein Schalldämpfer mitgeliefert wird, ist dieser meistens unbrauchbar. Aus Umweltschutzgründen sollte ein vernünftiges Schalldämpfersystem eingesetzt werden.

Zum Starten des Motors werden verschiedene Möglichkeiten angeboten. Die kleineren Motoren sind oftmals mit Seilzugstartern ausgerüstet. Bei Motoren der 10ccm-Klasse ist das Starten mittels eines Elektrostarters gängige Praxis. Der Elektrostarter wird mittels unterschiedlicher Adapter, Reibscheiben etc. angesetzt.

Die Fernsteuerung

Um mit einen Modellhubschrauber steuern zu können muß die Funkfernsteuerung ganz bestimmte Kriterien erfüllen. Der Sender sollte unbedingt im 35 MHz-Bereich arbeiten. Fernsteuerungen, die im 27 MHz Band senden und empfangen, müssen für uns tabu bleiben. Da sich auf diesem Band auch der CB-Funk befinden, sind massive Störungen an der Tagesordnung. Das 40 MHz-Band sollte ebenso gemieden werden, da auf diesem Band auch Schiffs- und Automodelle betrieben werden dürfen. Eine Doppelbelegung des Kanals durch einen, in der Nähe befindlichen Modellauto- oder "Schifferlfahrer" ist nicht auszuschließen. Also Finger weg von solchen Anlagen.

Bei der Fernsteueranlage sollte nicht gespart gespart werden. Erst gibt man eine Menge Geld für den Modellhubschrauber aus, und dann fällt das Ding ständig vom Himmel, weil die Anlage nichts taugt.

Der Sender muß die Möglichkeit haben, Steuerfunktionen zu mischen. Das benötigen wir, um eine Mischung zwischen Gasservo und Pitchservo zu erreichen. Sollten Sie einen R/C-Helikopter mit 3- oder 4-Punkt-Anlenkung gekauft haben, so müssen die kollektiven und zyklischen Funktionen gemischt werden. Auf dem Markt werden zwei recht gute Einstiegsanlagen angeboten: die Futaba F18 im Vertrieb der Firma Robbe und die MC16/20 der Firma Graupner.

Der Empfänger benötigt mindestens fünf Servoausgänge.

Da auf die Taumelscheibe ganz beachtliche Kräfte wirken, der Antriebsmotor konstruktionsbedingt Vibrationen erzeugt, sollten hier keine billigen Standardservos verwenden werden. Die Rudermaschinen müssen mindestens 40 Ncm Haltekraft besitzen und sollten kugelgelagert sein. Ein Metallgetriebe ist meines Erachtens nicht nötig.

Im Gegensatz zu einem Modellflugzeug sind in einem Modellhubschrauber alle Servos ständig in Bewegung. Aus diesem Grund sollte der Versorgungsakku (4,8 Volt) eine Mindestkapazität von 1400 mAh besitzen.

Kreisel (Gyro)

Der Kreisel dient zur Stabilisierung des Helikopters um die Hochachse (Heckbewegungen). Wird ein Modellhubschrauber von einer Windböe getroffen, dreht er sich sofort um die Hochachse. Der Kreisel erkennt diese Bewegung und steuert mit einem kleinen Gegenimpuls an das Heckservo dagegen.

Diese Kreiselsysteme gibt es in zwei unterschiedlichen Ausführungen.

Mechanische Kreisel sind in der Anschaffung im allgemeinen günstiger. Für den Einsteiger wird ein Kreisel dieser Kathegorie genügen, da er die Vorteile eines Piezosystems (kurze Steuerzeiten, etc.) gar nicht nutzen kann. Seit kurzen gibt es aber sehr preisgünstige Piezosysteme z. B. von der Firma A.C.T.

Einen Modellhubschrauber nicht mit einem Kreisel auszustatten wäre falscher Ergeiz. Ein Kreisel erleichert das Erlernen der Modellheli-Fliegerei ganz erheblich. Der Helikopter liegt deutlich ruhiger in der Luft.

Werkzeug

Um auf dem Flugfeld den Helikopter flugfertig zu machen, oder kleinere Reparaturen durchzuführen, sollte man sich eine kleine Werkzeugkiste anschaffen. Diese enthält die gängigsten Imbus-Schlüssel, Steck- und Ringschlüssel, Schraubendreher, eine kleine Spitzzange, Sekundenkleber und diverse Ersatzteile, wie Glükerzen, Schrauben, Muttern etc.

Zusätzlich gibt es zwei, speziell für Modellhubschrauber entwickelte Werkzeuge.

Zum Starten des Motors sollte die Werkzeugkiste auch den Elektrostarter und den Akku für den Starter enthalten. Früher wurde meistens eine Blei- oder Bleigel-Akku verwendet. Nachteil: schwer und lange Ladezeiten. Heutzutage nimmt man einen 10-zelligen NC Akku (12 Volt) mit einer Kapazität zwischen 1400 und 1800 mAh. Langt mit Sicherheit für einen ganzen Flugtag. Vorteil: Liefert sehr hohe Ströme, leicht, kann schnell geladen werden.

Um den Treibstoff in den Tank des Helikopters zu bekommen, benötigen Sie noch eine Treibstoffpumpe. Dei gibt es in zwei Ausführungen. Elektrisch oder als Handpumpe. Einen Glühkerzenakku (2 Volt) zum Vorglühen des Verbrenners benötigen Sie auch noch. Alternativ können Sie sich ein Power Panel besorgen, das die 12 Volt des Anlaßakkus auf 2 Volt transformiert.

Für die heimische Werstatt wäre noch ein Ladegerät für sämtliche Akkus (Sender-, Empfänger-, Anlasser- und Glühkerzenakku) zu besorgen.

Wenn Sie jetzt dieses Kapitel rekapitulieren und alle Anschaffungen einmal zusammenrechnen, dann können Sie erkennen, wie teuer die Modellhubschrauber-Fliegerei wird. Da wechseln schnell einmal ein paar Tausender über den Ladentisch.

nächstes Kapitel

Copyright © 1997 Thomas Winkler.   Email an den Autor: winklt@muc.de