Was brauche ich alles zu Beginn ?
Der Modell-Helikopter
Die Auswahl eines Modellhaubschraubers ist gar nicht so schwer. Sie müssen
sich nur über ein paar grundlegende Dinge klar sein.
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ein kollektiv gesteuerter Helikopter oder einen mit festem Pitch (s. auch
Kapitel 1)
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Die Größe des Modell
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Trainermodell oder Rumpfmodell
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Der Antrieb (Verbrenner oder Elektro)
Meine Empfehlung wäre ein Trainermodell mit Kollektivpitch, 2-Takt
Verbrennermotor 6,5 - 8 ccm Hubraum und einem Rotordurchmesser zwischen
1,20 - 1,50 m. Aus folgenden Gründen:
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Kollektivpitch ist sehr viel leichter zu steuern (s.a. Kapitel
1).
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ein Trainermodell ist schnell aufgebaut, leicht zu reparieren. Rumpfmodelle
sind bau- und zeitaufwendig und gehen leicht kaputt.
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der Verbrennermotor hat Laufzeiten zwischen 15 - 20 min. Der 4-Takt-Verbrenner
ist zu teuer, zu schwer und bringt die erforderliche Leistung nicht. Ein
Elektroantrieb ist viel teurer und Sie erreichen max. Flugzeiten zwischen
5 - 10 min. Das langt zum Erlernen nicht.
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Der Rotordurchmesser sollte zwischen 1,20 m und 1,50 m liegen. Kleinere
Modelle sind zwar günstiger, aber auch viel nervöser und somit
schwerer zu steuern. Größere Durchmesser als 1,50 m erforderen
große Motoren (15 - 50 ccm), sind auch nicht so gebräuchlich.
Ein Absturz einer solch großen und schweren Maschine kommt einem
Bombeneinschlag gleich.
Meiner Ansicht nach, gibt es ein nahezu ideales Modell für den
Einsteiger. Dieses Baukasten wird von der deutschen Firma Robbe
hergestellt und wird im Fachhandel unter dem Namen Moskito vertrieben.
Dieses Modell gibt es in verschiedenen Ausführungen. Zu empfehlen
ist der Moskito Basic. Dies ist eine Basisaustattung mit der der
Einsteiger ganz gut zurecht kommt. Die anderen Modelle sind teilweise getunt
und mit zusätzlichen Kugellagern etc. ausgestattet. Für ein Einsteigermodell
sind diese Maßnahmen aber nicht nötig. Als Anfänger merkt
man beim Trainieren die teuren Tuningteile gar nicht.
Der Antrieb
Die schon im ersten Kapitel angesprochen, sollte der Antrieb aus einem
2-Takt-Verbrenner Motor bestehen. Ein Elektroantrieb ist für den Einsteiger
nicht geeignet. Die Hersteller der diversen Modellhubschrauber schlagen
meistens auch entsprechende Motoren vor. Wenn mit dem Motor ein Schalldämpfer
mitgeliefert wird, ist dieser meistens unbrauchbar. Aus Umweltschutzgründen
sollte ein vernünftiges Schalldämpfersystem eingesetzt werden.
Zum Starten des Motors werden verschiedene Möglichkeiten angeboten.
Die kleineren Motoren sind oftmals mit Seilzugstartern ausgerüstet.
Bei Motoren der 10ccm-Klasse ist das Starten mittels eines Elektrostarters
gängige Praxis. Der Elektrostarter wird mittels unterschiedlicher
Adapter, Reibscheiben etc. angesetzt.
Die Fernsteuerung
Um mit einen Modellhubschrauber steuern zu können muß die Funkfernsteuerung
ganz bestimmte Kriterien erfüllen. Der Sender sollte unbedingt im
35 MHz-Bereich arbeiten. Fernsteuerungen, die im 27 MHz Band senden und
empfangen, müssen für uns tabu bleiben. Da sich auf diesem Band
auch der CB-Funk befinden, sind massive Störungen an der Tagesordnung.
Das 40 MHz-Band sollte ebenso gemieden werden, da auf diesem Band auch
Schiffs- und Automodelle betrieben werden dürfen. Eine Doppelbelegung
des Kanals durch einen, in der Nähe befindlichen Modellauto- oder
"Schifferlfahrer" ist nicht auszuschließen. Also Finger weg von solchen
Anlagen.
Bei der Fernsteueranlage sollte nicht gespart gespart werden. Erst gibt
man eine Menge Geld für den Modellhubschrauber aus, und dann fällt
das Ding ständig vom Himmel, weil die Anlage nichts taugt.
Der Sender muß die Möglichkeit haben, Steuerfunktionen zu
mischen. Das benötigen wir, um eine Mischung zwischen Gasservo und
Pitchservo zu erreichen. Sollten Sie einen R/C-Helikopter mit 3- oder 4-Punkt-Anlenkung
gekauft haben, so müssen die kollektiven und zyklischen Funktionen
gemischt werden. Auf dem Markt werden zwei recht gute Einstiegsanlagen
angeboten: die Futaba F18 im Vertrieb der Firma Robbe und
die MC16/20 der Firma Graupner.
Der Empfänger benötigt mindestens fünf
Servoausgänge.
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Gasservo: für die Ansteuerung des Vergasers
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Pitchservo: zur Ansteuerung der kollektiven Rotorblattbewegungen
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Rollservo: zur Steuerung aller Rollbewegungen um die Längsachse
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Nickservo: wird für die Ansteuerung der Nickbewegungen um die
Querachse
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Heckservo: mit dem Heckservo werden die Drehungen um die Hochachse
gesteuert
Da auf die Taumelscheibe ganz beachtliche Kräfte wirken, der Antriebsmotor
konstruktionsbedingt Vibrationen erzeugt, sollten hier keine billigen Standardservos
verwenden werden. Die Rudermaschinen müssen mindestens 40 Ncm Haltekraft
besitzen und sollten kugelgelagert sein. Ein Metallgetriebe ist meines
Erachtens nicht nötig.
Im Gegensatz zu einem Modellflugzeug sind in einem Modellhubschrauber
alle Servos ständig in Bewegung. Aus diesem Grund sollte der Versorgungsakku
(4,8 Volt) eine Mindestkapazität von 1400 mAh besitzen.
Kreisel (Gyro)
Der Kreisel dient zur Stabilisierung des Helikopters um die Hochachse (Heckbewegungen).
Wird ein Modellhubschrauber von einer Windböe getroffen, dreht er
sich sofort um die Hochachse. Der Kreisel erkennt diese Bewegung und steuert
mit einem kleinen Gegenimpuls an das Heckservo dagegen.
Diese Kreiselsysteme gibt es in zwei unterschiedlichen Ausführungen.
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Durch einen winzigen Elektromotor wird eine frei aufgehängte Schwungmasse
in Drehung versetzt. Wird jetzt das System gedreht, versucht die Schwungmasse
auf Grund der Trägheit Ihre Position beizubehalten. Diese Bewegung
wird mittels Potentiometern (veränderbare Widerstände) gemessen.
Eine Auswerteelektronik gibt dann den entsprechenden Steuerimpuls an das
angeschlossene Heckservo weiter.
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Neuerdings werden vermehrt Piezo-Gyrosysteme auf dem Markt angeboten. Statt
der aufwendigen Mechanik besitzen diese Systeme lediglich einen kleinen
Piezokristall, der, einfach erklärt, auf ungesteuerte Positionänderungen
mit kleinen Spannungsänderungen reakiert. Die Auswerteelektronik funktioniert
genauso wie oben erklärt.
Mechanische Kreisel sind in der Anschaffung im allgemeinen günstiger.
Für den Einsteiger wird ein Kreisel dieser Kathegorie genügen,
da er die Vorteile eines Piezosystems (kurze Steuerzeiten, etc.) gar nicht
nutzen kann. Seit kurzen gibt es aber sehr preisgünstige Piezosysteme
z. B. von der Firma A.C.T.
Einen Modellhubschrauber nicht mit einem Kreisel auszustatten wäre
falscher Ergeiz. Ein Kreisel erleichert das Erlernen der Modellheli-Fliegerei
ganz erheblich. Der Helikopter liegt deutlich ruhiger in der Luft.
Werkzeug
Um auf dem Flugfeld den Helikopter flugfertig zu machen, oder kleinere
Reparaturen durchzuführen, sollte man sich eine kleine Werkzeugkiste
anschaffen. Diese enthält die gängigsten Imbus-Schlüssel,
Steck- und Ringschlüssel, Schraubendreher, eine kleine Spitzzange,
Sekundenkleber und diverse Ersatzteile, wie Glükerzen, Schrauben,
Muttern etc.
Zusätzlich gibt es zwei, speziell für Modellhubschrauber entwickelte
Werkzeuge.
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Die Kugelzange: Sie dient zum Montieren und Demontieren von Kugelgelenken.
Diese Kugelgelenke sitzen am Ende der Steuergestänge. Werden diese
Kugelgelenke mit einer einfachen Zange demontiert, leiden sie meistens
darunter und gehen kaputt.
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Pitch Einstellehre: Diese Lehre wird benötigt um die Pitchwinkel
der Haupt- und Heckrotorblätter zu messen und einzustellen.
Zum Starten des Motors sollte die Werkzeugkiste auch den Elektrostarter
und den Akku für den Starter enthalten. Früher wurde meistens
eine Blei- oder Bleigel-Akku verwendet. Nachteil: schwer und lange Ladezeiten.
Heutzutage nimmt man einen 10-zelligen NC Akku (12 Volt) mit einer Kapazität
zwischen 1400 und 1800 mAh. Langt mit Sicherheit für einen ganzen
Flugtag. Vorteil: Liefert sehr hohe Ströme, leicht, kann schnell geladen
werden.
Um den Treibstoff in den Tank des Helikopters zu bekommen, benötigen
Sie noch eine Treibstoffpumpe. Dei gibt es in zwei Ausführungen. Elektrisch
oder als Handpumpe. Einen Glühkerzenakku (2 Volt) zum Vorglühen
des Verbrenners benötigen Sie auch noch. Alternativ können Sie
sich ein Power Panel besorgen, das die 12 Volt des Anlaßakkus auf
2 Volt transformiert.
Für die heimische Werstatt wäre noch ein Ladegerät für
sämtliche Akkus (Sender-, Empfänger-, Anlasser- und Glühkerzenakku)
zu besorgen.
Wenn Sie jetzt dieses Kapitel rekapitulieren und alle Anschaffungen
einmal zusammenrechnen, dann können Sie erkennen, wie teuer die Modellhubschrauber-Fliegerei
wird. Da wechseln schnell einmal ein paar Tausender über den Ladentisch.
nächstes Kapitel
Copyright © 1997 Thomas Winkler.
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