Wie funktioniert ein RC-Hubschrauber?


Einleitung

Der Einstieg in die Modellfiergerei kann vielfältig sein. Mit Modellhubschraubern zu beginnen macht das Ganze noch kompizierter. Es gibt einen recht anschaulichen Vergleich, um die unterschiedlichen Flugeigenschaften darzustellen: Somit verlangt ein Modellhubschrauber zu jeder Zeit 100% Aufmerksamkeit. Das macht es einem Anfänger so schwer.

Grundlagen

Wie der Name schon sagt, der Hubschrauber dreht (schraubt) seinen Rotor durch die Luft. Ist die Drehgeschwindigkeit hoch genug, wird der Helikopter angehoben (hub).Diesen Effekt können Sie selbst testen, indem Sie als Beifahrer bei einer vernünftigen Geschwindigkeit, den Arm aus dem Fenster halten, ohne sich und andere zu gefährden. Drehen Sie nun die Handfläche leicht nach oben, wird der Arm durch die Luft nach oben gedrückt. Prinzipiell funktioniert das genauso bei den Rotorblättern. Der Anstellwinkel der Rotorblätter nennt man Pitch.

Bild 1 zeigt die Seitenansicht eines Rotorblattes mit 0 Grad Anstellwinkel. Bei einem vollsymmetrischen Profil (Ober- und Unterseite gleich) entsteht kein Auftrieb.

In Bild 2 ist dargestellt, was passiert, wenn das Rotorblatt einen positiven Anstelllwinkel hat. Das Rotorblatt besitzt ein Profil, das auf der Oberseite einen Unterdruck und an der Unterseite Überdruck erzeugt, genauso wie ein Flächenprofil.

Da alle Rotorblätter immer gemeinsam (kollektiv) ihren Pitch (Anstellwinkel) ändern, wird dies als Kollektivpitch bezeichnet.

Sicher haben Sie sich schon gefragt, zu was der kleine "Propeller" am Heck gut ist. Dieser "Propeller" wird Heckrotor genannt und dient dem Drehmomentausgleich. Ohne diesen Heckrotor würde der Helikopter bei drehendem Rotor das Kreiseln anfangen. Die zweite Funktion des Heckrotors ist das Ändern der Flugrichtung. Angesteuert wird der Heckrotor genauso wie der Hauptrotor mittels Pitchänderung.

Prinzipiell werden auf dem Markt zwei verschiedene Varianten von Modellhubschraubern angeboten. Solche mit "festen" Pitch und die mit Kollektivpitch.

Damit sich der Helikopter in bestimmte Richtungen bewegt, muß der Rotor in die gewünschte Richtung geneigt werden. Wenn sich der Heli z.B. nach vorne bewegen (nicken) soll, wird der Pitch für die Rotorblätter am vorderen Punkt des Rotorkreises verringert und am hinteren Punkt vergrößert . Der Rotorkreis neigt sich sozusagen nach vorne. Da sich die Ansteuerung immer am gleichen Punkt wiederholt, nennt man das zyklische Ansteuerung. Die Ansteuerung für die Seitwärtsbewegungen (rollen) funktioniert ebenso, der Rotorkreis wird nach links oder rechts geneigt.

Um die Steuerbewegungen an die Rotorblätter weiter zu geben, wird eine Taumelscheibe verwendet. Diese Taumelscheibe überträgt die Bewegungen der Rudermaschinen (Servos) an die Rotorblätter. Prinzipiell bewegt sich die Taumelscheibe parallel zum Rotorkreis.

mechanischer Aufbau

Modellhubschrauber werden im allgemeinen durch Verbrennermotoren angetrieben. Diese 2-Takt Verbrennermotoren sind mittels einer Fliehkraftkupplung mit einem ein- oder zweistufigem Getriebe verbunden. Das Getriebe setzt die Drehzahl des Motors um ca. den Faktor 10 herunter, so dreht der Rotor zwischen 1.200 und 1.800 U/min. Dieses Getriebe ist auch für den Antrieb des Heckrotors zuständig. Je nach Ausführung dreht der Heckrotor ebenso hoch wie der Antriebsmotor.

Die Anlenkung der Taumelscheibe erfolgt mittels drei bzw. vier Servos. Dies wird Drei- oder Vierpunktanlenkung (s. Bild 3) genannt. Für eine Nickbewegung bei der 3-Punktanlenkung wird z.B. Punkt A gesenkt und Punkte B und C angehoben. Bei einer Rollbewegung wird beispielsweise Punkt B angehoben, Punkt C gesenkt und Punkt A nicht gesteuert. Zum Ändern des Pitchwinkels werden alle Punkte gesenkt oder gehoben. Um die zyklische und kollektive Ansteuerung zu realisieren, gibt es zwei unterschiedliche Mischmöglichkeiten.

Der Modellhubschrauber wird von fünf Servos angesteuert. Das erste Servo steuert den Vergaser des Verbrennermotors an. Es wird Gasservo genannt. Mit dem zweiten Servo wird Pitch gesteuert, und heißt deswegen Pitchservo. Verwenden wir eine Computerfernsteuerung mit elektronischer Mischung gibt es kein separates Pitchservo. Bei einer 3-Punkt-Anlenkung gibt es zwei Roll- und ein Nickservo. Zwei Roll- und zwei Nickservos werden bei der 4-Punkt-Anlenkung benötigt. Für die Rollbewegungen ist das Rollservo zuständig und für die Nickbewegungen das Nickservo. Die Funktionen Pitch und Gas sind gekoppelt. Für das Drehen des Hecks ist das Heckservo zuständig. Diese Drehbewegung wird durch Pitchänderung des Heckrotors erzeugt.
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